Tunesische Haarentfernung mit Jamila Chabbou
Zuckerzarte Beine.
Gegen lästigen Haarwuchs helfen Rasierer,Pinzette, Wachs und Laser.
Jamila Chabou aus Tunesien verrät das Geheimnis des Enthaarens mit Zucker-Gel.
In der kleinen Küche von Jamila Chabou (38) aus
Gümlingen duftet es ein wenig nach Zuckerwatte. Ein Blick in den Kochtopf lässt eine braune Masse erkennen, welche die gebürtige Tunesierin fleissig rührt, während sie von den Pflegeritualen ihrer tunesischen Heimat erzählt: «Bei uns rasieren sich Frauen nicht. Wir benutzen auch keine Pinzetten und kennen keine Laserbehandlung zur Haarentfernung», sagt sie und zeigt mit dem Finger in ihren Kochtopf. «Das tunesische Wundermittel schwimmt da drin. Es ist eine Art Zucker-Gel mit einem Schuss Zitrone, dessen Rezept unsere Frauen von Generation zu Generation weitergegeben.» Als Jamila als 18-jähriges Mädchen in die Schweiz geheiratet hat, verfügte sie nicht über die Rezeptur des klebrigen Zucker-Gels, für das ihre Mutter bis dahin zuständig war. Es bedurfte unzähliger Kochexperimente, bis Jamila die Konsistenz der Paste schliesslich so hinkriegte, dass sie einsatztauglich war. Stolz verrät sie das Rezept-Geheimnis, dass schon die Frauen im alten Ägypten benutzten, um sich von lästigen Körperhaaren zu befreien. «Ich gebe eine Tasse Zucker in einen Kochtopf und träufele drei frisch gepresste Esslöffel Zitronensaft darüber. Dann giesse ich anderthalb Tassen Wasser hinzu und lasse es zwanzig Minuten kochen. Die Mischung rühre ich ständig weiter, bis sich ein Sirup bildet, der wachsartig und goldbraun ist.» Annalisa Ciallo, eine Freundin Jamilas, sitzt derweil auf der Couch und wartet auf die tunesische Haarentfernung «made by Jamila». Die 23-jährige Italienerin lässt sich ihren Haarwuchs an Beinen, Armen und Oberlippe entfernen.Babyweiche Haut.
Die Prozedur geht schnell und sieht eigentlich ganz einfach aus: Jamila knetet die lauwarme zähe Zuckerpaste geschickt zwischen ihren Händen, bis sie einen weissen Schimmer annimmt. Dann presst sie das Gel auf die behaarten Stellen, lässt es ein wenig abkühlen und zieht es samt Haarwurzeln mit einem Ruck weg.
Das Abziehen sieht schmerzhaft aus, aber Annalisa zuckt nicht mal mit der Wimper. «Die ersten paar
Male ziepts ein wenig. So, als ob man ein Pflaster abreissen würde. Aber bei mir ist es längst Routine», lacht sie. Annalisa schwört inzwischen
auf diese Art der Haarentfernung. «Beim Rasieren hält die Wirkung nur zwei Tage an. Mit dem Zuckergel bleibe ich mindestens vier Wochen vom Nachwachsen verschont. Die Haare, die nachwachsen, werden weniger und feiner und die Haut wird weich wie ein Babypopo.» Das kann auch Nicole Ulli bestätigen. Die Zürcherin ist eine von 120 ausgebildete Shaba-Praktikerinnen, die diese Art der Haarentfernung beruflich praktizieren. Frauen, aber auch Männer suchen ihre Praxis auf, um sich von lästigem Haarwuchs zu befreien. «Zucker-Gel ist ein Naturprodukt ohne Konservierungsmittel. Es ist schonender und billiger als die Haarentfernung mit heissem Wachs oder Enthaarungscrème und weniger verletzungsgefährlich als die Rasur.»